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Wahlkreis

Im Rahmen des IPS-Sonderprogrammes „Arabische Staaten“ des Deutschen Bundestages waren die beiden ägyptischen Stipendiatinnen Hebatalla Elakkad und Sarah Abdel-Gelil auch im Märkischen Kreis zu Gast. Begleitet von Dagmar Freitag besuchten sie unter anderem das Iserlohner Frauenhaus, das Sozialzentrum „Halle für alle“ in Plettenberg und den Bewegungskindergarten „Zwergenburg“ in Altena.

Aus Altena berichtete am 02.10.2012 Timo Ziomkowski für die Westfälische Rundschau über den Besuch.

Demokratie von klein auf gelebt

Von Kairo bis nach Altena. Sarah Abdel Gelil und Hebatalla El Akkad kommen aus Ägypten und nehmen an einem Programm des Bundestags teil. Gestern gings nach Altena.

Dort sollten die beiden Ägypterinnen den Johanniter-Bewegungskindergarten Zwergenburg kennenlernen. Sarah Abdel Gelil findet: "Der Kindergarten sieht zwar ähnlich aus, aber ist ganz anders organisiert als in Ägypten." In Ägypten hätten die Kinder beispielsweise fest zugewiesene Räume und Plätze, in denen sie sich aufhalten müssen. In Deutschland könnten sie sich frei bewegen und ihre Zeit selbst verwalten. Hebatalla El Akkad bemerkt: "Demokratie wird hier schon von klein auf gelebt."

Die beiden 21-Jährigen nehmen zusammen mit 22 anderen Jugendlichen aus den Ländern des arabischen Frühlings an einem Bildungsprogramm des Bundestages teil. Seit vier Wochen sind sie in Deutschland. Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag begleitet die beiden und erklärt: "Wir möchten diesen jungen Menschen die Gelegenheit geben, sich über ein gelebtes parlamentarisches System zu informieren und Abgeordnetenarbeit hautnah mitzukriegen."

Dagmar Freitag hatte an den Auswahlgesprächen teilgenommen. Die beiden Jugendlichen seien ihr sofort positiv aufgefallen. Besonders beeindruckend fand es Freitag, dass beide bei den Protesten in Kairo nicht nur vor Ort waren, sondern selbst auf die Straße gingen. "Es ging den Leuten richtig schlecht. Soziale Gerechtigkeit gibt es in Ägypten nicht" berichtet Abdel Gelil. Deshalb habe sie an den Protesten auf dem Tahrir-Platz teilgenommen und die Freiheitsbewegung unterstützt. Die Demos wurden von Freiheitskämpfern organisiert - informiert wurde über facebook, SMS oder das Telefon.

Ihre Zeit in Deutschland haben die beiden Ägypterinnen genossen. Besonders beeindruckend fanden sie das viele Grün im Sauerland. Ein Anblick, den sie so gar nicht gewohnt waren. "Das war viel mehr als bloß ein politisches Programm" beurteilt Hebatalla El Akkad ihre Zeit in Deutschland. "Wir haben so viele Erfahrungen gesammelt. Es gab nicht nur Einblicke in praktizierte demokratische Prozesse, sondern auch in Zivilgesellschaftliches. So etwas wie Frauenhäuser oder das Ehrenamt gibt es bei uns gar nicht."