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Er soll Werte vermitteln, integrieren, Persönlichkeiten formen – und obendrein natürlich Spaß machen und fit halten: Fußball ist allgegenwärtig und hat unglaublich viele gesellschaftliche Aufgaben. 

Ob er all das, was von ihm gefordert wird, überhaupt leisten kann, darüber diskutierten gestern Experten aus Sport und Politik vor knapp 50 Gästen in der Bielefelder Hechelei.

Eingeladen hatte die Bielefelderin Christina Kampmann für die SPD-Bundestagsfraktion. „Fußball – ernster als Leben und Tod?“, so war die Veranstaltung überschrieben.

Gekommen waren neben Dagmar Freitag, Sportausschussvorsitzende im Deutschen Bundestag, auch Arminias Kult-Kicker Ansgar Brinkmann, Gewaltforscher Andreas Zick von der Uni Bielefeld sowie sein Mitarbeiter Martin Winands und Jörg Hansmeier vom Fanprojekt Bielefeld.

Thema Nummer eins war aber – logisch – die Weltmeisterschaft. In Brasilien spiele Fußball eine geradezu existenzielle Rolle, berichtete Ansgar Brinkmann. Er verbrachte für eine Hilfsorganisation zuletzt eine Woche in Rio de Janeiro, besuchte unter anderem Armenviertel und zeigte sich nach dem Besuch einer Capoeira- Kampftanzschule für Kinder besonders von dem ehrenamtlichen Engagement der Helfer beeindruckt. „Es ist gut, dass deren Nationalmannschaft sich mit dem Volk verbrüdert. Sonst gäbe es womöglich noch mehr Ausschreitungen auf der Straße“, fügte Brinkmann im Hinblick auf die problematische Situation in Brasilien hinzu.

Gewalt im und ums Fußballstadion gibt es – wenn auch in kleineren Rahmen – auch in Deutschland. Schiedsrichter werden attackiert, Fans prügeln sich nach dem Abpfiff, Spieler werden rassistisch beleidigt. Um das Problem einzudämmen, müssten die Profis ihre Vorbildfunktion wahrnehmen, sagte Ansgar Brinkmann. Das heißt: „Dem Gegner auf dem Platz die Hand reichen, denn schon eine kleine, beleidigende Geste kann auf den Rängen ein Feuerwerk auslösen.“

Jörg Hansmeier vom Bielefelder Fanprojekt nahm auch die Presse und Polizei in die Pflicht: „Im Vorfeld von Risikopartien sollte der Ball überall flachgehalten werden.“ Wie konstruktiv selbst vermeintlich verfeindete Fan-Lager zusammenarbeiten könnten, zeige die Kooperation mit dem Fanprojekt von Preußen Münster. Bei den letzten Duellen haben beide deeskalierend gewirkt.

Laut Riza Öztürk muss der Fokus aber auf dem Amateurlager liegen. Der Dozent an der Fachhochschule und auch Schiedsrichter ist Integrationsbeauftragter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Westfalen. Mit vielen Bildungsprojekten gehe der DFB gezielt in Vereine. So wolle man die Vielfalt, den Einsatz und Spaß, die Integration und aber auch die Unterschiede zwischen den Menschen, welche akzeptiert werden müssen, der Basis vermitteln. „Ohne Regeln kein Spiel“ ist dabei die Devise.

(Quelle: www.christina-kampmann.de)